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tiistai 31. joulukuuta 2019

Überblick über mein Lesejahr 2019




Dies ist ein kurzer, eher stichpunktartig aufgelisteter Bericht über mein Lesejahr 2019. Als erstes vorab: ich habe dieses Jahr laut meinem Goodreads-Account 36 Bücher gelesen, und somit ist dies hier mein bisheriges Rekordjahr. Im Durchschnitt bedeutet das also 3 Bücher per Monat, was für mich schon eine richtig große Menge ist. Nun möchte ich erstmals gucken, wie viel und welche Bücher ich per Monat gelesen habe und aus jedem Monat des vergangenen Jahres einige Worte zu einem Werk sagen:

- Januar: Ich hatte für dieses Jahr mir vorgenommen vor allem Klassiker zu lesen. Ich hatte sogar mir eine Liste von den ganzen Werken erstellt, die ich auf jeden Fall dieses Jahr noch lesen möchte, und das erste Buch, was ich dieses Jahr gelesen habe ist von dieser Liste, und zwar Jane Eyre von Charlotte Brontë. Ich war (und bin immer noch) sehr begeistert von diesem Buch. Ich war auch positiv überrascht, wie unkompliziert das Buch sich gelesen hat und wie sehr ich mich in die Geschichte und die Protagonistin einfühlen konnte. Meine Begeisterung hat ein klitzekleines bisschen nachgelassen seit dem ich auch einige andere ältere und auch moderne Klassiker dieses Jahr gelesen habe, denn im Nachhinein lässt mich der viktorianische Moralismus etwas kalt, der bei Charlotte Brontë präsent ist. Ansonsten habe ich im Januar noch Jonathan Hawthrones Der Scharlachrote Buchstabe und Tahir Shahs The Caliph‘s House gelesen. Ich konnte mich aus irgendeinem Grund nicht auf Hawthrone‘s amerikanischen Klassiker konzentrieren. Tahir Shah‘s Buch fand ich wiederum eine fabelhafte, bezaubernde und interessante Mischung aus Memoir und Geschichtensammlung aus der arabischen und marokkanischen Tradition.

- Februar: Im Februar habe ich 4 tolle Bücher gelesen. Leider konnte ich mich irgendwie nicht auf Nella Larsens Passing einlassen, obwohl das ein wirklich interessanter Klassiker ist, der leider nicht den Ruhm genießt, den es verdient hätte. Diesem Buch muss ich unbedingt eine zweite Chance geben. Meine zwei Highlights vom Februar sind auf jeden Fall James Baldwins moderner Klassiker Giovannis Room und Stuart Jeffries lebhaft und sachlich reich geschriebenes Sachbuch über die Frankfurter Schule „The Grand Hotel Abyss“. Mit Daniela Dröschers Neuerscheinung Zeige Deine Klasse konnte ich mich vielleicht am aller besten von allem was ich je bis dahin gelesen habe identifizieren, aber um ganz ehrlich zu sein, würde ich das Buch nicht nochmal lesen. Jetzt würde ich sagen, dass es ganz okay ist.

- März: Im März habe ich eigentlich nur Wild von Sheryl Strayed gelesen. Eine mitreisende Leseerfahrung!

- Im April habe ich eigentlich nur für die Uni gelesen.

- Mai: Mein Highlight des Jahres ist natürlich Anna Karenina von Lew Tolstoi, das ich im Mai zu Ende gelesen habe. Darüber muss ich mal einen eigene Eintrag schreiben. Ansonsten habe ich im Mai vier weitere Bücher gelesen, von denen vor allem Franny und Zooey von J.D.Salinger erwähnenswert ist. Someday, Someday, Maybe von Lauren Graham war natürlich auch toll und unterhaltsam für einen Gilmore Girls-Fan.

- Juni: Atemschaukel von Herta Müller ist mit seiner poetische Sprache genau das: eine Atemschaukel. Gleichzeitig reist es dein Herz aus der Brust und pflanzt es wieder ein, aber es bleibt ein fremdes Herz. Ein Meisterwerk. Das Goldene Notizbuch von Doris Lessing hat viele wunde Punkte in mir immer wieder getroffen, weshalb ich es in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeben musste. Im Juni habe ich es endlich geschafft zu Ende zu lesen, und bin zwar beeindruckt von den kräftigen und komplizierten Geschichten, war aber gleichzeitig verbittert von dem Buch, und na ja, vom Patriarchat halt.

- Juli: Im Juli habe ich zwei mittelmäßige Bücher gelesen: In Arabian Nights von Tahir Shah und Murder at the Vicarage (den ersten Teil der Miss Marple- Serie) von Agatha Christie. Für Agatha Christie war ich vielleicht einfach nicht in der Stimmung im Juli und In Arabian Nights war einfach häufig etwas zu kitschig für meinen Geschmack.

- August: Kaltblütig von Truman Capote, ich wollte es mögen, aber am Ende fand ich es etwas langweilig.

- September: Strangers In Their Own Land ist eine tolle ethnographische Studie von der Emotionssoziologin Arlie Hochschild über die Tea Party-Anhänger*innen in den Südstaaten der USA. Die anderen Bücher im September waren ganz okay.

- Oktober: Der Goldene Kompass von Philip Pullman war eine Nostalgiereise in meine Kindheit. Damals hat mir die Trilogie richtig gut gefallen, jetzt war es auch noch gut, aber nichts Atemberaubendes. Do Androids Dream of Electric Sheep von Philip K. Dick war das erste Buch in meinem neuen Lesekreis für Belletristik. Interessant und hatte viel Potential, aber am Ende hat mich die zum Teil beabsichtigte und zum Teil unbeabsichtigte Misogynie des Buches und des Autors der Maßen gestört, dass ich dem Buch nur drei von fünf Sternen gegeben habe.

- November: The Haunting of Hillhouse von Shirley Jackson war einfach toll. Der schlichte Schreibstil entspricht genau meinem Geschmack, ich fand die Hauptfigur sehr interessant, die Geschichte hat mir auch kalte Schauer über den Rücken laufen lassen und jetzt möchte ich auf jeden Fall mehr von Shirley Jackson lesen. Ansonsten fand ich Rakkaudenhirviö von Saara Turunen sehr gut, und Schwarze Haut, Weiße Masken von Frantz Fanon spannend. Leibhaftig von Christa Wolf war beeindruckend, aber etwas zu aufwendig für die stressige Phase, die ich gerade zu dem Zeitpunkt in der Arbeit hatte. Die Geheime Geschichte von Donna Tartt war das schlechteste Buch für mich dieses Jahr, ich fand so vieles einfach schlecht gemacht an dem Buch, dass ich die letzen 100 Seiten nur noch überflogen habe.

- Dezember: Tove Jansson ist auf jeden Fall eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen, das hat sich im Dezember mit dem Moomin-Buch Näkymätön Lapsi ja Muita Kertomuksia sowie dem Kesäkirja bestätigt. Ich liebe ihren schlichten aber dennoch so tiefgreifenden Stil und die Art wie sie das Spezielle im Banalen erkennen kann. Außer Tove Jansson habe ich diesen Monat auch Putoaminen (der Fall) von Albert Camus in einem Rutsch im Flugzeugen gelesen. Ich fand das Buch zwar interessant und vor allem der Monologstil hat mir gefallen, aber ich mag es nicht, wenn der Autor seinen Punkt am Ende nochmal übertrieben klar machen will. Ich finde das paternalistisch von dem Autor. La Belle Sauvage von Philip Pullman war ganz okay, aber etwas overhyped.

Für nächstes Jahr setze ich mir nur folgendes Ziel: keine neuen Bücher mehr kaufen, sondern meine unzähligen eigenen ungelesenen Bücher lesen. Und dazu die Stadtbücherei noch mehr benutzen. Meine Liebelingsautor*innen aus diesem Jahr sind Shirley Jackson und Tove Jansson. Ich hoffe im kommenden Jahr von denen, sowie von Lew Tolstoi noch weitere Werke zu lesen. Zudem möchte ich mich der Bücherserie über Russland und der russischen Geschichte seit der Oktoberrevolution von Swetlana Alexeijovich im kommenden Jahr widmen.